Blogbeitrag Nr. 12: Kann man Langeweile lernen?

Unsere positiven Gedanken sind wichtig in Zeiten von Unsicherheit und Angst! Sie Unterstützen massgeblich das Immunsystem und die Erhaltung der Gesundheit.

In Zeiten des Corona-Virus, kann es passieren, dass wir uns langweilen. Sei es, weil wir keine Arbeit haben, sei es, weil wir unseren gewohnten Freizeitaktivitäten nicht nachgehen können. Langeweile ist ein unangenehmes, schwer aushaltbares Gefühl. Eine Mischung aus Machtlosigkeit, Leere, Antriebslosigkeit. Es verwirrt uns total und verbindet sich oft mit Trauer und einer diffusen Angst. Wir fühlen uns primär nutzlos und funktionslos. Wir definieren uns oft über unsere Arbeit oder unser Freizeitverhalten. Und jetzt, wo das wegfällt, beschleicht uns das Gefühl, dass wir minderwertig sind. Es kann auch sein, dass wir die Langeweile mit unangenehmen Situationen aus der Kindheit verbinden, vielleicht bekamen wir keine geeigneten Inputs oder wir wurden nicht beachtet und wertgeschätzt. Niemand hat uns erklärt, dass Langeweile nicht bedrohlich ist und von alleine wieder geht, sobald wir zu uns zurückkehren und es zulassen. Oder wir haben die Langeweile und die mechanische Alltagsroutine und Perspektivenlosigkeit unserer Eltern gespürt und waren dem Gefühl ausgeliefert.

Langeweile verbindet sich schnell mit andren unangenehmen Gefühlen, deshalb sind wir in unserer digitalen und «Social-Media-Welt» Meister im Erfinden von Selbst-Ablenkungs-Strategien. Wir haben bereits ein hohes Level an Ablenkungs-Toleranz erreicht. Andererseits kann die Ablenkung auch zu einer Sucht führen.

Die Langeweile als Gefühl, hat eine klare Funktion. Sie ist der Ausdruck einer Talsohle unserer Kreativitätskurve. Diese «unangenehme Pause» ist notwendig, damit wir dann sehr bald wieder in die Kreativität und Aktion gehen können. Während der Langeweile, werden die letzten Wahrnehmungen in unseren Langzeitspeicher im Gehirn deponiert und sortiert. Der innere Fokus kann sich wieder neu ausrichten. Es ist eine Zeit der inneren Orientierung. Es ist die Zeit in welcher der innere Kompass sich mit der «vollen Leere», jenem leeren Raum, gefüllt von allen Varianten und Möglichkeiten, sich leise synchronisiert. Wir «holen Luft» sozusagen, für einen nächsten zündenden Gedanken/Einfall, für einen neuen Lichtblick, eine neue Feuerung in unserem Gehirn, danach sind wir wieder motiviert in Aktion.

Leider lassen wir die Langeweile nicht mehr zu. Wir füllen die Pause mit Ablenkungen, welche von aussen kommen. Dabei verlernen wir, in Verbindung mit unserem inneren Kompass zu sein. Wir, als kreative Schöpferwesen, lassen uns berieseln, statt dass wir selber neue Ideen entwickeln und intrinsisch, also aus subjektiver Motivation aus, ein neues Projekt entwickeln, einem neuen kreativen Impuls folgen. Je mehr wir diesen Prozess nicht zulassen, desto mehr fühlen wir uns in der Langeweile verloren und hilfsbedürftig. So beschäftigen wir uns immerzu mit nutzlosem Zeitvertreib oder stürzen uns in die Arbeit. Sowohl Zeitvertreib als auch Arbeit im Mass sind wichtig und nützlich. Der digitale Mensch übertreibt es jedoch masslos. Wir füllen unsere Gehirne pausenlos mit Eindrücken, Meinungen, mit Millionen von Bildern und geben keine Zeit zur Verarbeitung. Wenn mal kein Ablenkungsprogramm läuft, fühlen wir nicht nur die gesunde Langeweile, sondern auch die geistig-psychische Erschöpfung eines Gehirnes, das mit der Sortierung von Eindrücken schon lange nicht mehr nachkommt.

Wir haben eine kollektive Sucht entwickelt, in der wir schnell gefangen sind. Mittlerweilen ist es so, dass diese Sucht uns auch die Arbeit verunmöglicht. Das Gehirn verlangt nach dem Elixier Ablenkung. Wir unterbrechen uns dauernd und schauen auf das Handy oder checken die Mails. Eine lange Konzentrationszeit bringen wir nicht mehr auf. Wenn das Handy mal schweigt und keine Mails auf dem Bildschirm erscheinen, dann entsteht eine eigenartige Stimmung, eigentlich sollten wir doch arbeiten, aber diese Stimmung erinnert uns unbewusst an die Langeweile, die ja Angst machen kann. Also treffen wir Massnahmen: Musik in den Ohren, dauernd etwas knabbern, PC-Spiel immer offen… Wenn die Ablenkung nicht vom Handy kommt, so müssen wir zumindest die anderen Sinne aktivieren, damit wir die Langeweile doch noch etwas bannen können.

Neue Handymodelle befriedigen mit neuen Funktionen unsere immer mehr wachsende Gier nach Ablenkung, nach fremdgesteuerter Beschäftigung, denn alleine wissen wir nicht was tun, wir fühlen uns verlassen, benebelt, ja fast wie tot!

Falls Sie gerne wieder Ihr Gehirn im Modus «selbstgesteuert» einschalten möchten, versuchen Sie Folgendes aus:

  • Handyverzicht (wie lange und wie oft, wählen Sie selbst)
  • Gedanken und Gefühle, die hochkommen in einem Tagebuch aufschreiben (es kann auch elektronisch sein, besser wäre es aber analog)
  • Die Langeweile aushalten: Durchatmen, ein Nickerchen machen, der inneren Sortierung Zeit geben.
  • Regelmässig in die Natur gehen, OHNE HANDY, ohne Musik, ohne «Knabber-Einheiten» (falls Sie aber mehr als 3 Stunden im Wald sind und davor noch nichts gegessen hatten, dürfen Sie gerne eine Verpflegung mitnehmen)
  • Bewusst die Welt und sich selbst wahrnehmen und sich daran freuen, Dankbarkeit empfinden, die Schönheit in allen Dingen sehen und wertschätzen: Haben Sie schon mal einen Apfel genau angeschaut? Und in Ihren Händen bewusst gehalten? Haben Sie schon bemerkt, dass jeder Apfel anders ist und eine ganz eigene Schönheit zum Ausdruck bringt?
  • Seien Sie, wann immer es möglich ist, kreativ, neugierig, spielerisch, echt und leidenschaftlich: Erfragen Sie, was Sie wirklich interessiert, schauen Sie den Menschen in die Augen, gehen Sie einen neuen Weg, beispielsweise statt rechts, mal links rum und lassen Sie sich überraschen, wie es sich anfühlt. Beobachten Sie Ameisen…. Wann haben Sie es das letzte Mal gemacht? Arrangieren Sie ihre wunderbaren neu gekauften Äpfel in ein passendes Gefäss und bewundern Sie dabei Ihre Komposition, freuen Sie sich. Kochen Sie intuitiv: Kühlschrank auf, blind was raus nehmen und daraus ein Supergericht zaubern. Hängen Sie die Wäsche mal kreativ statt brav auf und drehen Sie eine Pirouette, immer dann, wenn sie ein nächstes T-Shirt aufhängen … Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!
  • Tauschen Sie sich mit Ihren Kindern aus und inspirieren Sie sich gegenseitig in Zeiten ohne Handy! Viel Spass! Und die Langeweile kann kommen!

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