Leide ich unter dem Chronic Fatigue Syndrom oder einem Burnout?

Johanna (der Name wurde geändert) leidet seit mehreren Monaten unter anhaltender und zunehmender Energielosigkeit sowie Müdigkeit. Schon kurz nach dem Aufstehen könnte sich Johanna am liebsten gleich wieder hinlegen. Da sie aber ihre zwei kleinen Kinder in die Schule bringen und anschließend ihren Job als Kassiererin ausüben muss, versucht sie mit allerhand Tricks sich wach zu halten. Sie trinkt Unmengen an Kaffee, Energydrinks, Cola und versucht über Vitamindrinks ihren Energiespeicher wieder aufzufüllen. Aber all dies nützt ihr nur kurzfristig. Finanziell steht sie seit Jahren als alleinerziehende Mutter mit dem Rücken zur Wand. Der leibliche Vater kümmert sich kaum um die Kinder und die von ihm zu erwartende finanzielle Hilfe fällt spärlich aus. Seit nun auch noch Anfang des Jahres ihre Mutter krankheitsbedingt als Stütze im Haushalt und für die Kinder ausgefällt, hat ihre Erschöpfung noch weiter zu genommen und ihre Schlafstörungen haben sich verstärkt. Nach dem ihr Vorgesetzter sie dann auch noch wegen zu langsamen und unkonzentrierten arbeiten kritisiert, schleichen sich Panikattacken ein, mit dem Gefühl, all dem nicht mehr gerecht werden zu können. Sie fühlt sich, als ob sie versagt hätte und schämt sich zunehmend gegenüber ihren Kindern und Freuden für ihre Energie- und Lustlosigkeit. Schleichend und fast unbemerkt distanziert sie sich immer weiter von Freunden und Kollegen. Es dauert lange bis Johanna sich eingesteht, dass sie professionelle Hilfe annehmen muss, um wieder den Alltag und ihr Leben bewältigen zu können.

Wie unterscheidet sich ein Burnout vom Chronic Fatigue Syndrom?

Leidet Johanna jetzt unter einem Burnout oder unter einem Chronic Fatigue Syndrom?

Johanna leidet unter einem typischen Burnout. Aber was ist der Unterschied zwischen einem Burnout und einem Chronic Fatigue Syndrom? Bei einem Burnout handelt es sich um einen schleichenden Prozess, der mit körperlicher und emotionaler Erschöpfung durch chronische Überforderung einher geht, wie eben bei Johanna. Johanna weist alle typischen Symptome eines Burnouts auf, wie Energiemangel, Erschöpfung, Müdigkeit, Lustlosigkeit und Schlafstörungen.

Bei einem länger bestehenden Burnout kommen dann häufig weitere körperliche Symptome dazu, wie Kopf-, Rücken-, Magenschmerzen begleitet von Konzentrationsstörungen, Angstzustände bis hin zu Panikattacken und depressiver Verstimmungen. Bei einem Chronic Fatigue Syndrom handelt es sich dagegen um eine systemische Erkrankung, die mit einer chronischen Entzündung einhergeht. Dabei geht dem Chronic Fatique Syndrom überdurchschnittlich häufig eine seit längerem bestehenden Entgleisung des Immunsystems voraus.

Mögliche Therapieansätze bei Burnout

Wie unterstützen und therapieren wir in der Alpstein Clinic so eine Patientin wie Johanna?

Es wäre einfach Johanna zu raten Urlaub zunehmen, aber damit ist es bei einem manifesten Burnout bei weitem nicht getan. Bei einem Patienten mit einem manifesten Burnout ist es erst einmal wichtig diesen aus dem Arbeitsprozess zunehmen und dann in aller Ruhe herauszuarbeiten, welche Faktoren auf der emotionalen und körperlichen Ebene dazu geführt haben überhaupt in ein Burnout zu rutschen. Auf der emotionalen Ebene hilft eine gezielte Gesprächstherapie, um herauszufinden, worauf der Energieverlust, das „ausgebrannt“ sein, basiert. Ist es zum Beispiel die familiäre Situation oder Problem mit den Kollegen / Vorgesetzten am Arbeitsplatz? Oder beides?

Es werden dann Lösungsansätze formuliert und schrittweise mit der Unterstützung der Therapeutin/Ärztin umgesetzt. Auf der körperlichen Ebene muss ausgeschlossen werden, dass Vitalstoffmängel, Stoffwechselstörungen u.a. vorliegen. Zur Unterstützung der gesamten körperlichen Situation können dann Aufbauinfusionen gegeben und eine Ernährungsberatung zur Anregung einer ausgewogenen Ernährung angeboten werden. Ebenso ist die Anregung der Entgiftung und die Einleitung einer physikalischen Therapie zur Regulierung des Bewegungsapparates und des Lymphsystems sinnvoll.

Was ist bei einem Chronic Fatique Syndrom in der Diagnostik und Therapie zu beachten?

Bei einem Chronic Fatique Syndrom tritt zwar auch eine anhaltende Müdigkeit auf, diese beruht aber nicht auf eine chronische emotionale oder körperliche Überlastung, sondern basiert auf eine chronische Entzündung. Somit treten beim Chronic Fatigue Syndrom zusätzliche körperliche Symptome auf wie beispielsweise Muskel- und Gelenksbeschwerden, Halsschmerze oder schmerzende Lymphknoten. In der diagnostischen Arbeit ist es wichtig, dass man das Chronic Fatique Syndrom von anderen systemischen Grunderkrankungen abgrenzt, wie zum Beispiel von Autoimmun- und Infektionserkrankungen, hormonellen Erkrankungen (z.B. einer Schilddrüsenfehlfuntkion oder eines Diabetes) oder chronischen Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das therapeutische Vorgehen beim Chronic Fatique Syndrom richtet sich dann nach den auslösenden Ursachen der chronischen Entzündung.

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